Wie geht das?

 

Wie managt man einen Gigathlon mit einem Betreuerteam aus einem Mann, drei kleinen Kindern, einem Hund und einem Wohnwagen im Regen?

 

Mit dieser Frage und als Fokus auf eine tolle Zeit mit Familie und anderen lieben Menschen fuhren wir von Donnerstag auf Freitagnacht 700km nach Tschechien an den Gigathlon.

 

Wie auch am Gigathlon Switzerland sind an zwei Tagen jeweils fünf Disziplinen, in Tschechien mit Inline, zu bewältigen. Bereits bei der Ankunft fühlten wir uns herzlich Willkommen und spürten den riesigen Einsatz von Jan und seinem ganzen Team. Sie ermöglichten uns eine sportliche Reise durch das wunderschöne Gebiet rund um Olšina mit den Seen und Hügel. Das Motto „Feel the Spirit“ passte zu 100%!

 

Am Samstag waren zuerst 91km (1279Hm) auf dem Rennvelo zu fahren. Dass ich über die ersten Hügel mit der Spitzengruppe mitkam war motivierend und ich genoss das Fahren in der starken Gruppe sehr. Bei den späteren Anstiegen merkte ich die Tempoverschärfung und liess die vordersten Männer ziehen. Danach standen 3km Schwimmen, ca. 18km Laufen (463Hm), Inline (wurde wegen dem starken Regen und den gefährlichen Bahnübergängen etwas verkürzt) und 53.5 km Bike (671Hm) auf dem Tagesprogramm. Bis vor dem Mountainbike war mir die sympathische Anja Sturm dicht auf den Fersen ;-) Es herrschte eh eine lockere Stimmung unter allen Supporter und Athleten und man half einander (Basti der Freund von Anja hat mir bei einem Wechsel auch das Fahrrad abgenommen) oder motivierte sich unterwegs gegenseitig.

 

Am Sonntag durfte ich dann im Jagdstart um 7.00h mit den anderen Kategorienersten schwimmen. Danach kam der Velo Part, auf den ich mich wie immer sehr freute. Unterwegs war ich plötzlich unsicher, ob ich eine Abzweigung verpasst hatte, kehrte um und fuhr den Hügel wieder runter. Ich war alleine unterwegs, da die meisten Teilnehmer eine Stunde später starteten. Es kam mir dann irgendwann ein Team of Five Fahrer entgegen. Es war ein Tscheche und so wusste ich, dass ich nicht verloren war und es wurde mit klar, dass ich vorhin eigentlich richtig gefahren bin. Somit kehrte ich wieder um… Diese Unsicherheit kostete mich mind. 10 min und ich meinte, ich müsse dies meinem Mann und Supporter Hugi nicht erzählen… Jedoch kennt er mich und meine Fahrzeiten bestens und da er auch noch gut rechnen kann, wusste er dass etwas nicht stimmte und fragte mich bei der Ankunft was passiert sei ;-) Er war dann nur froh, dass ich gesund in der Wechselzone ankam. Beim anschliessenden Inlinen, Biken und Laufen gab es dann keine Zwischenfälle mehr, ich genoss das Unterwegs sein und war dankbar dies im Beisein meiner Familie erleben zu dürfen. Auf der abschliessenden Laufstrecke pushte ich nicht mehr und genoss dank dem Vorsprung die Umgebung und das gute Gefühl. Der Zieleinlauf war dann auch besonders schön, da ein paar Hundert Meter davor meine Familie stand, mich umarmte und gratulierte. Unsere Jüngste wollte als einzige mit ins Ziel einlaufen. So joggten wir dann Hand in Hand den letzten Metern entgegen.

 

So nebenbei erlebten wir auch,

… dass wenn man dem Navi vollstes Vertrauen entgegenbringt man mit einem Wohnwagen im Schlepptau 30 (!!!) Liter Benzin auf 140km tschechischem Überland verbrauchen kann.

… dass meine Supporter (Danke Mario für deine Hilfe!) noch in den Genuss einer sechste Disziplin im „Wohnwagen verschieben“ kamen.

… dass bei Dauerregen auch eine Funkverbindung zwischen den „Supporter / Supporter Kids“ - welche entweder in der Wechselzone (im Regen) oder im Auto (nicht im Regen) waren - wunderbar funktioniert.

… dass man kurz vor dem Wechsel noch per eben diesem Funkspruch auf ein stilles Örtchen zu Hilfe berufen wird – und trotzdem dann gerade pünktlich wieder zurück in der Wechselzone ist.

… dass unsere Kids-Supporter die Melonen an den Verpflegungsständen wohl am Meisten genossen haben.

… dass wenn man den Kindern am Abend sagt „ihr müsst ins Bett - morgen geht es früh raus“ diese dann morgens um 5Uhr früh genau diese Worte wiederholen und aufstehen wollen.

… dass alle einander halfen und es eine wunderbare Atmosphäre war – ein Abenteuer und Erlebnis welches wir in sehr guter Erinnerung behalten werden!

 

Danke auch meinen Sponsoren, dank denen ich gut ausgerüstet die Wettkämpfe geniessen kann!