Meine ganze Sportsaison habe ich auf den Quintuple (5-fach Ironman) Ende August ausgerichtet. Einen Gigathlon Start als Single macht als „Schlüsseltraining“ 8 Wochen vor meinem Saisonhighlight durchaus Sinn. Die Bündner Berge versprachen schöne Strecken und Abwechslung pur. So trat ich voller Vorfreude die Reise nach Arosa an, begleitet von meinem Mann Hugi und dem vollgepackten Wohnmobil.

Im Vorfeld wurde ich oft nach meinem Zeitplan am Gigathlon gefragt. Ich musste jedes Mal lachen, denn ich hatte gar keinen. Hugi kennt mich so gut, der weiss genau wann ich wo in der Wechselzone eintreffe… Was für ein Geschenk, einen so tollen Supporter zur Seite zu haben!

 

Am  Freitag starteten wir mit dem SwimRun. Abwechselnd laufend und schwimmend wurden die drei Aroser Seen bezwungen, wobei sich die Wassertemperaturen zwischen 8° und 16° Celsius bewegten. Ich hatte grossen Spass an dieser neuen Disziplin und war dank Mako mit einem top Neopren und hilfreichen Paddles unterwegs. Dass dieser SwimRun sogar noch die zweitschnellste Zeit ergab, bestätigte mein gutes Gefühl unterwegs.

 

Am  Samstag waren 184km und 5000hm angesagt. Mit der ersten Disziplin „Alpine Trailrun“ ging es von Arosa über den Strelapass nach Davos. Dieser Run hatte Abenteuer-Charakter und war landschaftlich wunderschön! Der Davoser See gab eine schöne Abkühlung, bevor die Strecke dann mit dem Rennvelo 118km (2500hm) über die Pässe Albula und Flüela führte. Dort fuhr ich auf Roger auf. Wir haben uns im Gigathlon Camp in Cambrils diesen Frühling kennengelernt. Roger ist eine Maschine (er weiss es nur nicht;-)) und war dann über die Pässe mein Hase. Ich genoss die Fahrt mit ihm enorm, wir motivierten uns gegenseitig und zogen alles gemeinsam durch. So behalte ich diese Velofahrt in bester Erinnerung. Wegen den vielen Baustellen war eine Strecke zeitlich neutralisiert. Für mich kam es gerade richtig, denn ich musste schauen, dass ich auf dem Rad nicht einschlief… Die Höhe merkte ich enorm! So gab es dann in der Zeitneutralisation mit Roger ein Cola und Kaffee, das weckte dann meine Lebensgeister wieder und gab mir einen Aufschub für die Laufstrecke.

Die abschliessende Bike Strecke hatte es in sich! Zwar waren es nur 30km und 1300hm über den Strelapass nach Langwies und wieder hinauf nach Arosa, aber das Downhill war mir viel zu technisch, so schiebte ich das Bike für meinen Gusto viel zu oft. Immerhin konnte ich den ganzen Aufstieg fahren und überholte viele Bike-schiebende Athleten. So kam ich ganz glücklich in Arosa auf dem dritten Rang an.

 

Mit „nur“ 11min Rückstand hinter der zweitplatzieren Daniela Schwarz besprach ich mit meinem Mann die Situation und das Vorgehen für den kommenden Sonntag. Wir kamen sehr schnell zum Schluss, dass ich keinerlei Risiko eingehen werde und daher den Sonntag so absolvieren möchte, dass ich den Tag richtig geniessen kann. Ausschlag war die Bikestrecke, welche man mit viel Risiko fahren müsste, wenn man um Minuten fighten möchte. Das war für mich keine Option. Mein Jahresziel steht noch bevor und eine Verletzung zu riskieren wäre einfach nur schade…

 

Der  Sonntag begann mit einem 1,5km Velo-Parcours mitten durch die historische Altstadt von Chur: Pflastersteine, Torbögen, enge Kurven, giftige Aufstiege, enge Passagen, Plätze mit Denkmälern und Brunnen. Nach dieser tollen und trickreichen Episode fuhren wir das traditionelle Bergrennen Chur – Arosa über 30 Kilometer, 1400 Höhenmeter und 365 Kurven. Ich liebe Velofahren und war dann ganz im Sinn von #lovewhatyoudo freudig bei der Sache.

Am Anfang fuhr ich wenige km mit Adi, einem Trainingsbuddy der im Couple startete, aber sein Tempo war zu hoch, so liess ich ihn dann bald ziehen. Diese Velofahrt war mein Highlight vom Tag, aber auch die anderen Disziplinen konnte ich noch voll und ganz geniessen. Der Rang und die Zeit waren nun zweitrangig, ich wollte einfach mit Freude den Gigathlon finishen. Dies änderte sich auch nicht als ich nach dem Rennvelo den Rückstand auf Daniela wieder auf unter 5min reduzieren konnte. Nach dem Velo war das Schwimmen im Untersee dran. Ich konnte mein Tempo schwimmen, unterwegs sogar einen Fusskrampf lösen und hatte dank der Neokappe schön warm. Nachdem ich mich mit Schoggi, Kuchen, etc. gestärkt hatte, kam ein wunderschöner TrailRun. Die Strecke führte an vier Bergseen vorbei: Schwellisee, Älplisee, Ober- und Unter-Prätschsee, alle auf rund 2000 m ü. M. gelegen – ich genoss die Bergwelt doch tatsächlich so sehr, so dass ich den türkisfarbigen See bestaunte und dabei über eine Wurzel stolperte. Zum Glück kam nur etwas Tapete ab.

Dann war sie da. Die Bike-Strecke mit erneut nur 30km und 1300hm, aber ich ahnte schon vom Hören sagen, was da auf mich zukommen wird… Und tatsächlich war es beim Downhill wieder so technisch, dass tragen, schieben und stossen angesagt war. Die wunderschöne Umgebung konnte ich dafür umso mehr geniessen und schaffte es, auf der Strecke nicht zu stürzen. Leider bekam ich ein paar Unfälle hautnah mit. Diese Unfälle bestätigten auch unser Entscheid vom Vortag… So war ich umso dankbarer, die letzte Laufstrecke gesund in Angriff nehmen zu dürfen. Und das Motto war dann: die letzten km einfach GENIESSEN!

Nach dem Zieleinlauf durfte ich direkt aufs Podest. Und somit bin ich mit dem Resultat sehr zufrieden: Dreimal als Single am Gigathlon gestartet, dreimal einen Podest Platz.

 

Es war wunderschön so viele bekannte Menschen zu treffen – danke für alles AnfeuernJ! Danke dem besten Supporter und den Kinder und Hund-Hüetis zu Hause.

Ich gratuliere der starken Nina und Daniela zu ihren super Rennen! Mit Stefan Graf gewinnt ein weiterer Emmentaler und Mako- Athleten und der zweitplatzierte Peter Gerber kommt ebenfalls aus dem Emmental. Wir haben beide an den Winterlauftrainings von Ueli teilgenommen und er war auch schon mein Velo-Trainingsbuddy. Dass mit Matthias Nüesch der Athlet, welcher mir am Gigathlon 2016 den Plattfuss geflickt hat, dritter wurde, freut mich auch sehr. GRATULATION euch allen zur super starken Leistung!

 

Jetzt sind drei Tage vergangen und ich fühle mich körperlich fit. Kein Muskelkater, nichts. Dies stimmt mich zuversichtlich, dass ich gut trainiert habe und am Swissultra ab dem 25.8. in Höchstform sein werde. Juhuu, ich freue mich fünf Tage lang Sport zu machen und somit meiner Passion nachgehen zu dürfen!